Aktuelles

Neuerscheinung

Vom 25. 09. 2013

Luigi Nono (1924–1990) und Helmut Lachenmann (*1935), zwei der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, waren durch ein außergewöhnliches Lehrer-Schüler-Verhältnis verbunden. Bei den Darmstädter Ferienkursen 1957 zeigte sich der damals 21jährige Musikstudenten Lachenmann vom charismatischen und international bekannten Avantgardisten Nono derart beeindruckt, dass er gleich im folgenden Jahr zu diesem als Schüler nach Venedig ging. Ihre Beziehung erlebte Lachenmann fortan als wechselhaften „Gang durch die Klippen“, mit intensivem Austausch von Ideen, Plänen und Kompositionen, mit persönlichen und künstlerischen Krisen, Zweifeln, Selbstzweifeln und hitzigen Kontroversen, die zu Zerwürfnissen, einer mehrjährigen „Funkstille“ und schließlich zu einer beständigen Freundschaft ebenbürtiger Gesprächspartner führten. Dokumentiert wird diese besondere Künstlerfreundschaft durch zahlreiche Briefe, Postkarten, Widmungen, Skizzen, Notizen, Semesterberichte und Vortragstexte, die hier erstmalig veröffentlicht, kontextualisiert und kommentiert werden. Es sind herausragende Quellen von allgemein musikhistorischem Aussagewert, die Nonos lebenslanges Suchen als Mensch und Künstler ebenso bezeugen wie Lachenmanns von Anfang an enge Verknüpfung von kompositorischer Praxis mit theoretischer Reflexion. Der teils private Charakter dieser Dokumente eröffnet zugleich neue Sichtweisen auf zentrale technische, ästhetische und (musik)politische Fragen der neuen Musik.

Breitkopf & Härtel

Links